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    Romanistik

    DON QUIXOTE als Stummfilm-Theater

    09.01.2020

    Die Romanistin Valerie Kiendl begleitete diese außergewöhnliche Theaterproduktion dramaturgisch. Im Januar läuft wegen großer Nachfrage die Wiederaufnahme.

    Wegen der großen Nachfrage präsentiert das theater ensemble Würzburg vom 9.1.-25.1.20 (immer Do-Sa, je 20 Uhr) noch einmal DON QUIXOTE von Miguel de Cervantes als Stummfilm-Theater auf seiner Bühne in der Zellerau.

    Unsere Mitarbeiterin Valerie Kiendl, die seit dieser Spielzeit auch zum Leitungsteam des freien Theaters im Bürgerbräugelände gehört, begleitete mit ihrem romanistischen wie medientheoretischen Wissen die Produktion dramaturgisch und erstellte die Textfassung. Entstanden ist ein Streifzug durch die schönsten Geschichten des berühmten Ritters mit der traurigen Gestalt.

    Cervantes schafft 1605 mit seinem Roman einen Anti-Roman, der nicht nur zeigt, was passiert, wenn man es mit dem Lesen übertreibt, sondern auch die Ritterromane selbst, ihre Themen und Rollenbilder mit typisch bissiger Cervantes-Ironie aufs Korn nimmt, und dabei zugleich eine Reflexion über das Romanschreiben mitbringt. Doch die in 52 Kapiteln ausgeteilte Ironie schlägt paradox zurück: denn die scharfsinnige Abrechnung mit dem übermäßigen Lesen holt zuletzt Cervantes selbst ein. Statt der abgeschmackten Ritterromane liest man nun wie wahnsinnig die Abenteuer dieser witzigen Ritterfigur. Präsentiert werden an diesem Theaterabend nicht nur die Rahmung von "übermäßigem Lektüregenuss" bis "Besinnung vor dem Tod" sowie die besten, berühmtesten und actionreichsten Abenteuer, sondern auch der literaturtheoretische Kontext des selbstreflexiven Romans, der über sich und seine mediale Gestalt nachdenkt.

    Über seine mediale Umsetzung denkt auch die Adaption nach und vereint drei Genres: Roman, Stummfilm (war Don Quixote 1897 doch eines der ersten Stummfilmexperimente) sowie das Theater: aus dem Narrativ wird Dialog, aus Farbe wird schwarz-weiß, aus dem szenischen Dialog werden Texttafeln, aus der Darstellung wird Vorstellung, das Bild folgt der Musik, der filmische Schnitt wird zu Freeze und Drehbühne, die Texteinblendung wird zum Standbild, Slapstick, Tanz und Choreografien...

    Die Mainpost schrieb nach der Premiere im April letzten Jahres "Eine der amüsantesten Möglichkeiten, sich den parodistischen Ritterroman "Don Quixote de la Mancha" zu Gemüte zu führen, bietet sich auf dem Würzburger Bürgerbräu-Gelände: Das Theater Ensemble stellt den Klassiker von Miguel de Cervantes als Stummfilm-Theater auf die Bühne und begeistert das Premierenpublikum mit einer außergewöhnlich konzipierten und engagiert gestalteten Aufführung." und testiert dem Publikum "Lach-Stress".

    Infos zu Terminen und Reservierung unter http://theater-ensemble.net/performance/don-quixote-stummfilm-auf-der-buehne/

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