piwik-script

Intern
    Romanistik

    Thibaut de Champagne – Selbstreferentialität und Memoria

    Datum: 16.03.2018, 15:15 - 16:00
    Kategorie: Vortrag
    Ort: Residenzplatz 2 (Residenz) , Bibliothek der Gräzistik - III. Stock
    Veranstalter: Würzburger Kolleg "Mittelalter und Frühe Neuzeit"
    Vortragender: Prof. Dr. Brigitte Burrichter

    im Rahmen des Wissenschaftlichen Colloquiums "Formen der Selbstthematisierung in der vormodernen Lyrik (bis 1650)" in Würzburg vom 14. bis 17. März 2018

    Dass die Selbstreferentialität, also die Eigenschaft der Literatur, auf Elemente ihrer selbst zu verweisen, nicht nur ein Phänomen der Moderne oder gar Postmoderne sei, vielmehr der Literatur schlechthin eigen: diese Erkenntnis setzt sich in den Literaturwissenschaften allmählich durch. Versuche, das Phänomen zu historisieren, hat es in den letzten beiden Jahrzehnten vorzugsweise auf dem Gebiet der erzählenden Literatur gegeben; namentlich descriptiones und andere Binnenerzählungen als Spiegelungen der erzählten Welt, Verdoppelungen von Handlungsschemata, paradigmatische Verknüpfungen und die Selbstreflexion in der nichterzählenden Rede eines Erzählers hat man als höchst produktive Varianten selbstreferentiellen Erzählens in den Volkssprachen beschrieben. Die Lyrik, insbesondere historische Formen der Lyrik, hat man unter diesem Aspekt bisher noch nicht systematisch in den Blick genommen. An diesem Punkt setzt unsere Tagung an. Ihr Ziel ist es, Altphilologen, anglistische, germanistische und romanistische Mediävisten und Frühneuzeitforscher zusammenzuführen, um Formen und Funktionen der Selbstthematisierung in der Lyrik in diachroner und synchroner Perspektive zu beschreiben und damit neue Impulse für die Erforschung selbstreferentieller Phänomene in der Literatur der Vormoderne zu geben. Ein solch historisierender und obendrein interdisziplinär-komparatistischer Ansatz ist bislang Desiderat.

    Programm der Tagung

    Mittwoch, 14. März 2018

    14:00 UhrBegrüßung und Einleitung

    Spielräume dichterischer Selbstthematisierung

    Moderation:Joachim Hamm (Würzburg)
    14:30 UhrManuel Braun (Stuttgart)
    Zur Gattungsgebundenheit lyrischer Selbstbezüglichkeit: Minnesang und Sangspruch im Vergleich
    15:15 UhrBeate Kellner (München)
    Inszenierte Imaginationen. Formen lyrischer Selbstbezüglichkeit bei Reinmar und Walther
    16:00 UhrKaffeepause
    16:30 UhrGerhard Penzkofer (Bamberg)
    Polemik, Parodie, Kommentar: Spielräume metapoetologischer Lyrik im spanischen Barock
    17:15 UhrBernhard Zimmermann (Freiburg i. Br.)
    Selbstreferentialität in den dionysischen Gattungen Athens
    18:00 UhrKleiner Empfang

    Abendvortrag

    19:00 UhrMichael Erler (Würzburg)
    Poiesin poiein. Selbstbezug und immanente Poetik in frühgriechischer Dichtung

    Donnerstag, 15. März 2018

    Selbstthematisierung mit Bezug auf diskursive Kontexte

    Moderation:Jens Haustein (Jena)
    09:00 UhrDavid Nelting (Bochum)
    ... gire in paradiso. Zur Selbstthematisierung höfischer Liebe bei Giacomo da Lentini (mit einem Ausblick auf Dante)
    09:45 UhrBettina Full (Bochum)
    Caro amico, guarda la figura. Zur Erfindung ästhetischer Erfahrung in der frühen italienischen Lyrik
    10:30 UhrKaffeepause
    11:00 UhrSophie Marshall (Jena)
    Muskatblut und sein 'Muskatblut'. Beobachtungen zu Ich frä mich das ich ye gesach (Groote Nr. 53)
    11:45 UhrJörg Robert (Tübingen)
    Antipetrarkismus und lyrische Systemkonstitution
    12:30 UhrMittagspause

    Selbstthematisierung mit Bezug auf pragmatische Kontexte

    Moderation:Julius Goldmann (Würzburg)
    14:30 UhrAngelika Zirker (Tübingen/Berlin)
    John Donnes Deixis: Selbstreferentialität von This – Here - Thus
    15:15 UhrDietmar Rieger (Gießen)
    Ieu port d’aiselh mestier la flor. Selbstthematisierung bei den frühen Trobadors: Wilhelm IX. von Aquitanien und sein Publikum
    16:00 UhrKaffeepause
    16:30 UhrFlorian Kragl (Erlangen)
    Das Dilemma der dritten Person. Selbstlose Referentialität im Minnesang des 12. und 13. Jahrhunderts
    17:15 UhrHermann Wiegand (Heidelberg)
    Selbstreferentialität bei lateinischen Dichterinnen in Renaissance und Barock (Olympia Fulvia Morata, Elizabeth Weston, Anna Maria van Schurman u. a.) – Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als weibliche Dichter in einer von Männern bestimmten Res publica doctorum

    Abendvortrag

    19:00 UhrThomas Baier (Würzburg)
    carmina quae possint oculos aurisque morari Caesaris: Ein Beitrag zu Selbstaussagen römischer Lyriker

    Freitag, 16. März 2018

    Dichter über Dichter und Kunst

    Moderation:Christopher Köhler (Würzburg)
    09:00 UhrChristian Buhr (Würzburg)
    wâ sint nu alle, die von minnen sungen ê? – Selbstreferenz und Selbstdarstellung in den mittelhochdeutschen Totenklagen und Dichterkatalogen
    09:45 UhrMiriam Wallraven (Würzburg)
    Gedichte über Dichter: Die Etablierung einer literarischen Tradition der Selbstreferentialität in England zwischen Intertexualität und Interpersonalität
    10:30 UhrKaffeepause
    11:00 UhrManuel Mildner (Würzburg)
    Das »Lied im Lied« als Phänomen der Kunstreflexion im hohen und späten Minnesang
    11:45 UhrMartha Kleinhans (Würzburg)
    ch’al tu’ sonetto in parte contradico – Poetische Kommunikation zwischen Dichtern der Dantezeit über (ihre) Dichtung
    12:30 UhrMittagspause
    Moderation:Susanne Friede (Klagenfurt)
    14:30 UhrDorothea Klein (Würzburg)
    Implizite Selbstreferentialität bei Reinmar dem Alten

    Dichtermemoria und Sprachkritik

    15:15 UhrBrigitte Burrichter (Würzburg)
    Thibaut de Champagne – Selbstreferentialität und Memoria
    16:00 UhrKaffeepause
    16:30 UhrÉmilie Séris (Paris)
    Dicere cogor amores … fati cantor et esse mei: Girolamo Angeriano et le tombeau du poète
    17:15 UhrIsabel Karremann (Würzburg)
    Postreformatorische Sprachreflexion und Gedächtniskultur bei Edmund Spenser
    19:00 UhrFührung durch die Stiftung Juliusspital (mit kleiner Weinprobe)

    Samstag, 17. März 2018

    Dichterische Selbstinszenierungen

    Moderation:Zeno Ackermann (Würzburg)
    09:00 UhrMatthias Meyer (Wien)
    Wann spreche ich und wer bin ich dann? Formen der Selbstinszenierung bei Frauenlob
    09:45 UhrTobias Dänzer (Würzburg)
    afflabor maiore deo: Selbstbewusstsein und Selbstreferentialität in der Dichtung Angelo Polizianos
    10:30 UhrKaffeepause
    11:00 UhrBarbara Ventarola (Würzburg)
    Aemulative Selbstkanonisierung. Die kalkulierte Leidenschaft der Louise Labé
    11:45 UhrVerena Lobsien (HU Berlin)
    Selbst und Sympathie: Poetologie der Klage bei Sidney, Spenser und Shakespeare
    12:30 UhrSchlussdiskussion

    Programmfolder

    Veranstalter

    Würzburger Kolleg "Mittelalter und Frühe Neuzeit"

    Organisation und Kontakt

    Prof. Dr. Dorothea Klein (Lehrstuhl für deutsche Philologie) zusammen mit
    Prof. Dr. Thomas Baier (Lehrstuhl für Klassische Philologie II)
    Prof. Dr. Brigitte Burrichter (Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft)
    Prof. Dr. Michael Erler (Lehrstuhl für Klassische Philologie I)
    Prof. Dr. Isabel Karremann (Lehrstuhl für englische Literatur- und Kulturwissenschaft)

    Zurück

    Hinweis zum Datenschutz

    Mit 'OK' verlassen Sie die Seiten der Universität Würzburg und werden zu Facebook weitergeleitet. Informationen zu den dort erfassten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in deren Datenschutzerklärung.

    Hinweis zum Datenschutz

    Mit 'OK' verlassen Sie die Seiten der Universität Würzburg und werden zu Twitter weitergeleitet. Informationen zu den dort erfassten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in deren Datenschutzerklärung.

    Kontakt

    Neuphilologisches Institut
    Romanistik
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    Suche Ansprechpartner

    Hubland Süd, Geb. PH1