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    Romanistik

    Forschung

    Forschungsprofil Literatur-/Kulturwissenschaft

    Die Forschungsschwerpunkte in der Romanistischen Literatur- und Kulturwissenschaft an der JMU Würzburg reichen von der französischen Mediävistik über den spanischen Roman des 19. Jahrhunderts, das lateinamerikanische Kino und die zeitgenössische italienische Literatur bis hin zur Fernsehtheorie des 21. Jahrhunderts. Ein besonderer Fokus liegt auf interdisziplinären und transkulturellen Zugängen zu literarischen Texten. Die Methoden orientieren sich dabei an den klassischen Schulen und Theorien der Literaturwissenschaft, umfassen jedoch ebenso innovative Forschungsansätze aus den Digital Humanities, den Film- und Medienwissenschaften sowie den Postcolonial Studies.

    Forschungsprofil Sprachwissenschaft

    folgt

    Laufende Projekte

    Ausgebrannt! Europa nach dem Ersten Weltkrieg

    Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit: Ein Thema, zu dem man scheinbar schon alles gehört und gelesen hat. Dass dem nicht so ist, zeigen Studierende der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg mit ihrer Ausstellung "Krieg │ Frieden. Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit". Ihre Beiträge behandeln Politik, Kunst und Literatur in den am Krieg beteiligten Ländern.
    Beteiligt sind auch die Seminargruppen von Prof. Dr. Martha Kleinhans (La Grande Guerra) und Dr. Julien Bobineau ('La Force Noire.' Imaginierungen afrikanischer Kolonialsoldaten in der frankophonen Literatur). Individuell gestaltete Text- und Bildtafeln sowie eine Hörstation mit Leseecke machen den Ausstellungsbesuch informativ und abwechslungsreich. Die fächerübergreifende Ausstellung wurde von rund 90 Studierenden der Fächer Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Museologie, Romanistik und Slawistik im Wintersemester 2018/19 erarbeitet.

    Ort/Dauer der Ausstellung: Philosophiegebäude am Hubland Süd, 14. Januar 2019 bis 6. Februar 2019, Mo. bis Fr. 8 bis 20 Uhr, Eintritt frei.

    Projektleitung: Dr. Julien Bobineau, Prof. Dr. Martha Kleinhans

    Ausstellungsplakat

    Narragonien digital

    Das am 1.10.2014 im Rahmen des KALLIMACHOS-Projekts gestartete Teilprojekt Narragonien digital will die Textualität, Medialität und Überlieferungsgeschichte des Narrenschiffs in einer digitalen Edition abbilden. Die geplante synoptische Präsentation in der Online-Edition zielt darauf ab, das komplexe Seitenlayout der Narrenbücher in seiner Intermedialität zu veranschaulichen, die historischen Text-, Bild- und Layouttransformationen zu dokumentieren und die geschichtliche Eigenbewegung des Narrenschiffs im 15. Jahrhundert editorisch abzubilden.

    Projektleitung: Prof. Dr. Brigitte Burrichter, Prof. Dr. Joachim Hamm

    Homepage des Projekts

    Eine Uni – ein Buch: Zeit für Populismus? Würzburg hinterfragt populistische Inszenierungen

    Ist das populistisch, wenn Donald Trump verspricht, er werde Amerika wieder großartig machen? Und was ist davon zu halten, wenn der CDU-Generalsekretär Peter Tauber die Fraktion der Linken, Sahra Wagenknecht, und die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry "das doppelte Lottchen des Populismus in Deutschland" nennt? Mit diesen Fragen setzt sich das Projekt "Eine Uni – ein Buch. Zeit für Populismus?" an der Universität Würzburg im Jahr 2017 auseinander. Gegenstand der Diskussion ist Jan-Werner Müllers Essay "Was ist Populismus?".

    Projektleitung: Dr. Julien Bobineau, Dr. Christine Ott, Dr. Michael Storch

    Facebook-Seite

    Tagungen

    DRV-Sommerschule "Beziehungsweise(n)" (10. bis 14. September 2018)

    „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single“, so heißt es schon lange in der Werbung der in Deutschland bekanntesten Partnerbörsen des Web 2.0., Parship und Elitepartner. Sie versprechen eine durch die App vermittelte Beziehung, die große Liebe, einen Flirt oder auch einen One-Night-Stand. Gerade die sozialen Praktiken des Netzwerkens und Vernetzens werden in dieser Hinsicht nicht nur zur Bedingung der beruflichen, sondern zunehmend auch der privaten Selbstentfaltung, die sich in ihrer Konsequenz als kulturelles Modell einer Selbstauffaltung des Einzelnen im Netzwerk realisiert. Die durch virtuelle matchmaking services vermittelten Affekte sind folglich relational zu denken. Dating-Plattformen scheinen so den Liebesbrief und das höfische Umwerben in eine für die digital natives angebrachte Form der Fremd- und Selbstbezüglichkeiten transferiert zu haben. Ein Paradigma der Bezüglichkeit, der Arbeit an und für Beziehungen (Relationen) und der Verwiesenheit (Relationalität) des Selbst auf Andere bei der Herausbildung der eigenen Person kann in diesem Sinne als bestimmend für die Mediennutzung der 2010er Jahre herausgestellt werden. Ziel der Sommerschule ist es, Beziehungsweise(n) in ihren soziokulturellen, historischen und gegenwärtigen Dynamiken, aber auch in ihrer ästhetisch modellierten Performativität zu denken. Mithilfe der Denkfigur der Beziehungsweise(n) soll ein Ausgangspunkt für die Beschreibung und Theoretisierung der Relationalität und der Relationen gefunden werden, die Rezipient*innen mit und personae unter sich in Medien eingehen. Dies drückt sich nicht nur in dem Verhältnis der Medien zueinander und zu den Rezipient*innen sowie in der Verbundenheit intramedial agierender personae aus, sondern spiegelt sich auch in der Lebensweise der Rezipient*innen selbst wider und wirkt sich damit ebenfalls auf die Vorstellung und das Wissen über soziale Relation(en) aus. In der Sommerschule steht das medial gespeicherte prozedurale und in Medien repräsentierte Wissen affektiven Zu-Einander-In-Beziehung-Setzens aus einer historischen und systematischen Perspektive im Mittelpunkt.

    Veranstalter: Christoph Behrens, Christoph Groß, Valerie Kiendl

    Homepage der Sommerschule

    Formen der Selbstthematisierung in der vormodernen Lyrik (bis 1650) (14. bis 17. März 2018)

    Dass die Selbstreferentialität, also die Eigenschaft der Literatur, auf Elemente ihrer selbst zu verweisen, nicht nur ein Phänomen der Moderne oder gar Postmoderne sei, vielmehr der Literatur schlechthin eigen: diese Erkenntnis setzt sich in den Literaturwissenschaften allmählich durch. Versuche, das Phänomen zu historisieren, hat es in den letzten beiden Jahrzehnten vorzugsweise auf dem Gebiet der erzählenden Literatur gegeben; namentlich descriptiones und andere Binnenerzählungen als Spiegelungen der erzählten Welt, Verdoppelungen von Handlungsschemata, paradigmatische Verknüpfungen und die Selbstreflexion in der nichterzählenden Rede eines Erzählers hat man als höchst produktive Varianten selbstreferentiellen Erzählens in den Volkssprachen beschrieben. Die Lyrik, insbesondere historische Formen der Lyrik, hat man unter diesem Aspekt bisher noch nicht systematisch in den Blick genommen. An diesem Punkt setzt unsere Tagung an. Ihr Ziel ist es, Altphilologen, anglistische, germanistische und romanistische Mediävisten und Frühneuzeitforscher zusammenzuführen, um Formen und Funktionen der Selbstthematisierung in der Lyrik in diachroner und synchroner Perspektive zu beschreiben und damit neue Impulse für die Erforschung selbstreferentieller Phänomene in der Literatur der Vormoderne zu geben. Ein solch historisierender und obendrein interdisziplinär-komparatistischer Ansatz ist bislang Desiderat.

    Veranstalter: Prof. Dr. Brigitte Burrichter mit dem Würzburger Kolleg "Mittelalter und Frühe Neuzeit"

    Programm der Tagung

    DRV-Sommerschule "Eigenheit und Fremdheit" (18. bis 22. September 2017)

    Welches Bild von Afrika zeichnen afrikanische Exil-Literaten in der zeitgenössischen Literatur? In welcher Form werden der Westen und das Leben als People of African Heritage in Europa und in den USA dargestellt? Und welche Rolle spielt die Auseinandersetzung mit der Kolonialvergangenheit?

    Mit diesen und weiteren Fragen hat sich eine interdisziplinäre Sommerschule beschäftigt, die an der JMU Würzburg stattfand und vom Deutschen Romanistenverband (DRV) gefördert wurde. Als ExpertInnen konnten u.a. Claudia Großmann (Mannheim), Susanne Gehrmann, Ineke Phaf-Rheinberger (beide Berlin), Susan Arndt (Bayreuth) sowie Heike Raphael-Hernandez und Zeno Ackermann (beide Würzburg) gewonnen werden. Im Rahmen des Kulturprogramms wurden Lesungen mit Sharon Dodua Otoo und Alain Mabanckou veranstaltet.

    Veranstalter: Dr. Julien Bobineau, Julius Goldmann, Gabriella-Maria Lambrecht, Jennifer Leetsch

    Homepage der Sommerschule

    Qualifikationsschriften

    Paola Ravasio: Black Costa Rica: Pluricentrical Belonging in Afra-Costa Rican Poetry (Dissertationsschrift)

    Betreuung:

    Prof. Dr. Brigitte Burrichter (Würzburg), PD Dr. Heike Raphael-Hernandez (Würzburg), Prof. Dr. Anja Bandau (Hannover)

    Black Costa Rica: Pluricentrical Belonging in Afra-Costa Rican Poetry engages the lyric of Eulalia Bernard (Limón, Costa Rica *1935), Shirley Campbell (San José, Costa Rica *1965), and Dlia McDonald (Colón, Panamá *1965) by a historically backwards-looking perspective that explores a pluricentrical sense of belonging. This concept refers mainly to plural centers of cultural and historical identifications along a (g)local sociohistorical continuum stretched across the multifold aspects of the nation~diaspora dynamic/s. The literary analysis traces the coming of age of the Afro-Costa Rican community in these women’s poetry as a local manifestation of global phenomena concerning Diaspora, the dialectics of Race and Nation, and processes of Assimilation and of Marginalization.

    The dissertation asks, fundamentally, how does their poetry reveal a historical imagination referring both to a national specificity while simultaneously expressing identification with socio-historical processes in the circum-Caribbean region? What are the poetic themes and which the lyrical forms that constitute a myriad of local and global aspects regarding the coming of age of the Afro-Costa Rican community?

    Departing from these premises, the dissertation tells a story of the past by addressing the ways in which the glocal is deployed through specific figures of speech. Based on the study of what I have termed a modernized-nature oxymoron in McDonald, a skin-history metonymy in Campbell, and code-switching in Bernard, spatial and racial configurations as well as linguistic identity are here addressed as features of a trifold historical imagination yielding pluricentrical belonging. The oxymoron tells of an outernational past (diasporic) while the metonymy declaims a supranational one (global); multilingualism instead points to an infranational historical imagination (‘non’-Costa Rican). By way of a close reading, the dissertation tells the recent story of the country’s past in the form of a three layered stor(y)ing of spatially-, meta-historically-, and multilingually-defined imaginings of Black Costa Rica.

    verteidigt

    Robert Hesselbach: Diaphasische Variation im Spanischen mit einem Ausblick auf das Französische – eine empirische Studie zur syntaktischen Komplexität funktionaler Stile (Dissertationsschrift)

    Betreuung:

    Prof. Dr. Waltraud Weidenbusch (Würzburg), Prof. Dr. Johannes Kabatek (Zürich), [Prof. Dr. Reinhard Kiesler (Würzburg)]

    Aufbauend auf den Ergebnissen einer früheren Studie, in der festgestellt werden konnte, dass im nähesprachlichen Spanisch zwar mehr einfache als komplexe Sätze, im Bereich der komplexen Sätze allerdings mehr hypotaktische als parataktische Satzkonstruktionen zu finden sind, wird in der vorliegenden, empirisch ausgerichteten Untersuchung der Fokus geweitet: Im Zentrum des Interesses steht die Frage nach dem generellen Zusammenhang von konzeptioneller Mündlichkeit/ Schriftlichkeit und dem Grad an syntaktischer Komplexität. Hierzu gibt es in der Forschung ganz unterschiedliche Positionen. Weit verbreitet ist die Annahme, dass Nähesprache eher zu einer "einfacheren" Satzkomplexität neige und distanzsprachliche Stile komplexe syntaktische Strukturen bevorzugten. Dabei rekurriert der Komplexitätsbegriff auf die qualitative Unter-scheidung von einfachem und komplexem Satz. Quantitative Aspekte werden meist nicht berücksichtigt.

    An diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt an: Neben der qualitativen Bestimmung syntaktischer Komplexität für das moderne europäische Spanisch werden auf einer quantitativen Ebene verschiedene numerische Werte, die syntaktische Komplexität abbilden können, miteinander in Verbindung gesetzt. Die Kombination der Werte der Anzahl der finiten Verben einer Konstruktion, der Satzlänge (in graphischen Wörtern) sowie dem maximalen Grad der Einbettungstiefe erlaubt es, die Komplexität von syntaktischen Konstruktionen als Vektor zu fassen. Die Methode ermöglicht somit eine umfassende multifaktorielle Analyse, deren Ergebnisse in einer dreidimensionalen Darstellung münden und die bestehenden Unterschiede graphisch veranschaulicht.

    Das der Arbeit zugrundeliegende Korpus setzt sich aus Texten zusammen, die sich aufgrund ihrer konzeptionellen Reliefs an unterschiedlichen Positionen des Nähe/Distanz-Kontinuums ansiedeln lassen. Am Pol der kommunikativen Nähe wurden 3.000 Sätze des Val.Es.Co-Korpus analysiert, während am Pol der kommunikativen Distanz 3.000 Sätze aus wissenschaftlichen Texten (1.500) und Gesetzestexten (1.500) zur Analyse herangezogen wurden. Für die Mitte des Kontinuums wurden ebenfalls 3.000 Sätze aus Politikerinterviews (1.500) und Parlamentsreden (1.500) in Hinblick auf das Ausmaß ihrer Komplexität geprüft, so dass das Korpus für das Spanische insgesamt 9.000 Sätze umfasst. Um die gewonnenen Erkenntnisse zumindest ansatzweise mit dem Französischen zu vergleichen, wurde analog zum Teilkorpus der wissenschaftlichen Texte des Spanischen ein solches mit 1.500 Sätzen der französischen Wissenschaftssprache erstellt und untersucht.

    Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bisherige Forschungspositionen differenzierter betrachtet werden müssen: So weist beispielsweise die Nähesprache durchaus bestimmte quantitative Komplexitätsgrade auf, gleichwohl distanzsprachlichere Stile Komplexität stärker ausnützen können. Auf einer qualitativen Ebene zeigt sich, dass stilübergreifend v. a. einfache syntaktische Konstruktionen dominieren, während die Multiple Homogene Parataxe, also die mehrfache Aneinanderreihung von Hauptsätzen, stilvergleichend nur sehr gering genutzt wird. Für den Sprachvergleich mit dem Französischen kann festgestellt werden, dass hierbei größere Übereinstimmung auf qualitativer wie quantitativer Ebene zu beobachten ist, als dies für den Vergleich der einzelnen Stile des Spanischen der Fall ist.

    verteidigt

    Julien Bobineau: Koloniale Diskurse im Vergleich. Die Repräsentation von Patrice Lumumba in der kongolesischen Lyrik und im belgischen Drama (Dissertationsschrift)

    Betreuung:

    Prof. Dr. Brigitte Burrichter (Würzburg), Prof. Dr. Susanne Gehrmann (HU Berlin), PD Dr. Irmgard Scharold (Münster)

    In der vorliegenden Arbeit werden Kolonialdiskurse aus Belgien und der Demokratischen Republik Kongo vergleichend analysiert und mit der literarischen Repräsentation von Patrice Lumumba (1925-1961) in Bezug gebracht. Lumumba gilt als Vorkämpfer der kongolesischen Unabhängigkeit von der damaligen Kolonialmacht Belgien, wurde 1960 zum ersten Ministerpräsidenten des unabhängigen Kongo gewählt und 1961 unter Mitwirkung belgischer Geheimpolizisten in Katanga ermordet. Der erste Teil der wissenschaftlichen Studie fokussiert sich auf eine diachrone Untersuchung diskursiver Hervorbringungen in Belgien und im Kongo von 1870 bis heute, die den Kolonialismus und seine Auswirkungen thematisieren. Dabei ist festzustellen, dass der belgische Kolonialdiskurs insbesondere in Bezug auf die Ermordung Patrice Lumumbas durch eine geschichtsverklärende Haltung der politischen Autoritäten gekennzeichnet ist, während sich gesellschaftliche Kräfte, Publizisten, Künstler und Wissenschaftler in Belgien seit den 2000er Jahren für eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Kolonialgeschichte einsetzen. In der DR Kongo ist hingegen nach der Kolonisation und nach der autokratischen Herrschaft von Joseph-Désiré Mobutu von 1965 bis 1997 eine langanhaltende 'Stimmlosigkeit' (Gayatri Spivak) kongolesischer Akteure innerhalb des Kolonialdiskurses zu beobachten, die in Anlehnung an Vertreter der postkolonialen Theorie u.a. als Zeichen einer noch immer dichotomisch eingeteilten, (neo)kolonialen Weltordnung zu werten ist.

    Der zweite Teil dieser Arbeit befasst sich mit der literarischen Repräsentation von Patrice Lumumba im belgischen Drama (zwei Dramen, 1999 und 2007) und in der kongolesischen Lyrik (13 Gedichte, 1961-2007) in französischer Sprache vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Kolonialdiskursanalyse und orientiert sich am AT9-Test von Yves Durand und François Guiyoba. Dabei lassen sich innerhalb der 13 kongolesischen Korpustexte deutliche Tendenzen einer Heroisierung Lumumbas erkennen, die durch das Wesen der als Geschichtslyrik klassifizierten Texte zu einer literarischen 'Stimmergreifung' innerhalb des Kolonialdiskurses beitragen. Die zwei untersuchten belgischen Dramen, die als Geschichtsdramen identifiziert werden, sind ebenfalls durch eine Heldendarstellung Lumumbas markiert und wenden sich inhaltlich gegen die z.T. verklärende Ausrichtung des Kolonialdiskurses in Belgien. Das gesamte Textkorpus kann somit unter die Gattung der postkolonialen Literaturen gefasst werden, die sich durch das Konzept des writing back und somit durch eine Perspektivenerweiterung, eine Neuinterpretation historischer Ereignisse und eine beabsichtigte Dekonstruktion dominierender Kolonialdiskurse auszeichnen.

    Bobineau, Julien: Koloniale Diskurse im Vergleich. Die Repräsentation von Patrice Lumumba in der kongolesischen Lyrik und im belgischen Drama. Berlin u.a.: LIT Verlag 2019. Reihe: Frankophone Literaturen und Kulturen außerhalb Europas/Littératures et cultures francophones hors d'Europe Bd. 12.

    Publikationen

    Julien Bobineau: Koloniale Diskurse im Vergleich

    Patrice Lumumba (1925-1961), erster Ministerpräsident der unabhängigen Demokratischen Republik Kongo, wurde von katangesischen Soldaten im Jahre 1961 getötet, weil Belgien einen Machtverlust in der ehemaligen Kolonie fürchtete. Die Beteiligung Belgiens an diesem politisch motivierten Mord konnte bis 1999 verschleiert werden, weshalb eine offizielle Aufarbeitung des Todesfalls lange Zeit ausblieb. Die Erinnerung an Lumumba erfolgte v. a. in kulturellen Diskursen. Dieses Buch bietet eine fundierte literaturwissenschaftliche Analyse der literarischen Repräsentation von Patrice Lumumba im frankophonen belgischen Drama und in der kongolesischen Lyrik in französischer Sprache. Die Arbeit versucht dabei, die Postkoloniale Literaturtheorie zu aktualisieren und neu zu verorten.

    Bobineau, Julien: Koloniale Diskurse im Vergleich. Die Repräsentation von Patrice Lumumba in der kongolesischen Lyrik und im belgischen Drama. Berlin u.a.: LIT Verlag 2019. Reihe: Frankophone Literaturen und Kulturen außerhalb Europas/Littératures et cultures francophones hors d'Europe Bd. 12.

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    Julien Bobineau, Julius Goldmann, Stefanie Goldschmitt, Robert Hesselbach, Gabriella-Maria Lambrecht: Zentrum und Peripherie. Beiträge zum 32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.–19. März 2016)

    Vom 16.-19. März 2016 fand das Forum Junge Romanistik zum Thema "Zentrum und Peripherie" an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg statt. Die dialektischen Begriffe Zentrum und Peripherie werden im vorliegenden Band dabei aus literatur-, sprach- und kulturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet. Ihre Relevanz in der Romania wird hierbei in den einzelnen Beiträgen anhand geographischer, räumlicher, historischer, gesellschaftlicher und sprachlicher Aspekte untersucht, um auf diese Weise verschiedene Betrachtungsweisen und Analysemethoden einzubeziehen. Der Band bietet neben einer heterogenen Herangehensweise an die Dimensionen des Begriffspaars eine strukturierte Darstellung der einzelnen untersuchten Phänomene. Die beiden Themenblöcke fokussieren einerseits vielfältige literaturwissenschaftliche Betrachtungen der Dichotomie des Begriffspaars, andererseits auch die sprachwissenschaftlichen Konzeptionen von Zentrum und Peripherie. Somit werden neue Sichtweisen sowohl auf zentrale als auch periphere Phänomene in der romanistischen Forschung eröffnet, indem zum einen die Bandbreite der (traditionellen) Zentren und Peripherien dargelegt wird und zum anderen auf aktuelle Diskussionen im Kontext der zwei Begriffe referiert wird.

    Bobineau, Julien/Goldmann, Julius/Goldschmitt, Stefanie/Hesselbach, Robert/Lambrecht, Gabriella-Maria (Hg.): Zentrum und Peripherie. Beiträge zum 32. Forum Junge Romanistik in Würzburg (16.-19. März 2016). München: AVM.edition 2018

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    Brigitte Burrichter, Dorothea Klein: Technik und Science-Fiction in der Vormoderne

    Schon im Mittelalter träumten Wissenschaftler von selbstbeweglichen Fahrzeugen ("Automobilen") und Flugapparaten, und in den volkssprachigen Romanen und Epen, die seit Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden, treffen die Protagonisten auf kämpfende Roboter, lauschen Musikautomaten mit singenden Vögeln und bellenden Hunden oder besteigen eine Taucherglocke zur Erforschung des Meeresbodens. Das Faszinosum des Künstlichen und Automatenhaften war beträchtlich, und nicht minder groß war der Reiz, die Lebensbedingungen des Menschen durch technische Erfindungen zu verbessern und Neues zu schaffen, das in der Natur so nicht vorgesehen war. Vieles davon verblieb im Reich der Phantasie, doch brachten Wissenschaftler, Architekten und Handwerker auch eine bemerkenswerte Zahl technischer Innovationen hervor. Sichtbares Zeichen solch mittelalterlicher Erfindungskraft sind bis heute die gotischen Kathedralen, die einen Glanzpunkt mittelalterlicher Bautechnik darstellen. Indem dieser Sammelband vormoderne Visionen, realisierte und nicht realisierbare, in den Blick nimmt, macht er zugleich bewusst, wo die Technikaffinität unserer Gegenwart ihren Ursprung hat.

    Burrichter, Brigitte/Klein, Dorothea (Hg.): Technik und Science-Fiction in der Vormoderne. Würzburg: Königshausen und Neumann 2018

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